Freitag, 22. August 2008

Schon wieder Regen

Krasse Scheiße, es regenet!
Ich bin gleich mal raus gegangen, um mir das anzugucken. Ich wußte nicht mehr so ganz wie das aussieht. Nach 2 Minuten und 30 Regentropfen, die ich abgekriegt, hab wars mir dann aber doch zu langweilig und ich bin wieder rein.

Übrigens führen Blitze (ja es blitzt auch bissl) in Spanien dazu, daß das Licht mal flackert. Hmmm... ich laß das mal so im Raum stehen...
Viel bedenklicher ist eigentlich daß ich scheinbar nur bei Regen auf die Idee komme hier was zu posten. Allerdings ist die Aussagekraft bei zwei Stichproben (diesem und dem letzen Post) nicht wirklich hoch und eine Erklärung für diese merkwürdige Korrelation fällt mir auch nicht ein.
... wobei... vielleicht erinnert mich der Regen an Deutschland und weckt das Bedürfnis mit der Heimat zu kommunizieren.
Wir warten mal ab, ob der nächste Regen diese These stützt, aber das kann durchaus ein bis zwei Monate dauern. Ich meld mich dann wenns so weit ist.

Bis dahin, Hannes

P.S. mir gehts gut ;-)

Samstag, 12. Juli 2008

Unwetter

Heute war und ist mal Unwetter in Barcelona. Ich hatte schon fast vergessen wie das so ist, und fast hätte ich auch nicht so viel davon mitgekriegt, denn eigentlich bin ich nämlich "kzH", krank zu Hause, und hab mir für das WE Bettruhe verordnet. Und ich gebe den Klimaanlagen die volle Schuld an meinem leichten Schnupfen. So ein Ding hatte mich schonmal ausgerußt als ich bei Rico in Malaga war. Eine Busfahrt bei 14 Grad, während man Kleidung an hat, die den Draußentemperaturen von über 30 entsprechen. Das ist arschkalt, und ich kann bis heute nicht verstehen, warum man Klimaanlagen auf die niedrigst mögliche Einstellung stellen muß.
Also um es kurz zu machen: Ich mag Klimaanlagen nicht, und hier wimmelt es nur so davon.
Nachdem mich nun eins dieser Dinger auf dem Gewissen hat... naja jedenfalls so ein bisschen, aber als Mann leidet man ja gleich ganz schrecklich... da hab ich heute also fast den ganzen Tag im Bett verbracht. Irgendwann um 5 hab ich mich dann aber doch mal aufgerafft und was zu Essen gekauft. Muß halt sein. Da ja aber etwas Bewegung auch nicht so schlecht ist, hab ich mich noch auf den Weg zum Baumarkt gemacht. Und da Heimwerkeln hier scheinbar nicht so ein Volksport ist wie bei uns, werden Baumärkte hier auch von deutschen Firmeb hingesetzt. Man steht also nicht vor Regalen und fragt sich was das eigentlich ist was sie einem da verkaufen wollen, und wo stattdessen das Zeug ist was man haben möchte, nein, man geht in den Laden, findet sich spontan zurecht, findet das was man möchte dort wo man es erwartet. Es ist herrlich. Ihr glaub garnicht wie schön es war in Castelldefels zum ersten Mal den Lidl zu betreten. Nach schon aufgegebener Suche nach ganz normalem Müsli, Lachsschinken, Brot und solchen Sachen, Dingen die man spanischen Supermärkten vergeblich sucht, erblickt man nun alles auf einem Fleck, wie im Paradis. (Ich hätte nicht gedacht, daß ich Lidl mal als Paradis bezeichnen würde, aber für einen Deutschen in Spanien ist das so. Und ich bin da längst nicht der einzige.)

Aus dem Baumarkt hab ich jetzt jedenfalls einen Akkubohrer, ne coole Farbwechsellampe, Verteilersteckdose usw. ... mit dem Holz für das Bett muß ich nochmal nen genauen Plan machen.
Als ich aus dem Laden wieder raus wollte hatten sich die grauen Wolken inzwischen verdichtet und zu regnen angefangen, genauergesagt zu schütten. Auf den Straßen floßen Bäche, und ich mit meinem T-Shirt und Sandalen, und einer Plastiktüte in der Hand, bin dann nach kurzem Zögern losgesprungen um eine Bushaltestelle zu finden. Drei Zwischenstopps, 100m im Regen und ein halb durchgeweichtes T-Shirt später war ich dann dort, im Trocknen. Aber die Vorfreude auf den gut gekühlten Bus hielt die Stimmung in Grenzen. Das Ziel war erst an der Wohnungstür erreicht, und dazwischen hieß es nochmal Umsteigen zur Metro. Auf der Fahrt mußte ich feststellen, daß die meisten Leute wesentlich besser vorbereitet waren als ich, also zum Beispiel mit Schirm. Vor allem die Mädels, aus dem Wet-T-Shirt-Contest wurde also leider nix. Und ich mußte mir eingestehen, daß ich schon als ich los bin gesehen habe, daß es bald regnen wird, die Tatsache aber großzügig ignoriert habe, also quasi offenen Auges ins Verderben gerannt bin. Selbst schuld!
Der Ausgang von der Metro war nochmal der Hammer. Da hat es schon auf dem Weg zum Ausgang, noch um die Ecke auf der letzten Rolltreppe Regentropfen hingeweht. Entsprechend zögerlich waren die Leute dann sich wirklich raus zu trauen, vor allem weil da gerade noch zwei wasserfallartige Schwälle runter kamen, die wohl von einem Laster herrührten. Da ich aber nur noch 10 Meter bis zu Haustür vor mir hatte bin mal mutig losgestürmt und war dann endlich im Ziel, zuhause, unter der warmen Dusche. :-)

Sonntag, 29. Juni 2008

Campeones, campeones

Naja, wenigstes die anderen können sich freuen, und das tun sie auch :-)
Man muß ja dummerweise sagen daß die Spanier ganz klar besser waren und es auch locker 3:0 hätte stehen können. Bloß dem Torres gönn ich es überhaupt nicht. Der fällt ja schon immer um wenn man ihn nur anguckt, so eine Püppi.

Und weil einige gefragt haben, ob ich denn für Deutschland oder Spanien bin: Ich hab nicht das Gefühl gewonnen zu haben. Ich guck mir die anderen an, wie sie sich freuen, aber im Herzen bin ich dann doch Deutscher.
So, dann hau mich mal ins Bett, warte bis die Spanier aufhören auf der Straße rumzuhupen und heul inzwischen ein bisschen :-)

Apolo 2

Moin. Ich hab von gestern irgendwie noch ein ziemliches Fiepen im linken Ohr und esse gerade ein Stück Paprika, weil mir alles andere momentan zu aufwendig zum Zubereiten erscheint. Man sollte es sich übrigens überlegen, ob man Paprika in der Öffentlichkeit ißt. Damit zieht man nämlich ziemlich viel Aufmerksamkeit auf sich. Kleine Mädchen gucken einen mit großen Augen an und drehen einem sogar im Vorbeigehen den Kopf noch hinterher. Die älteren Menschen gucken auch leicht irritiert, und Nico hatte mich beim Loslaufen schon gefragt:"Wie jetzt? Du willst das einfach so essen?" Scheinbar ißt hier keiner Gemüse.
Aber gut zu wissen, wenn man mal die Blicke auf sich ziehen will, einfach ein Stück Paprika.

So, aber eigentlich wollte ich ja die Kategorie "Clubtestberichte" starten.
Gestern waren wir also im Apolo, genaugenommen im Apolo 2, weil es da nämlich zwei separate Diskos gibt, die aus mir unverständlichen Gründen nicht miteinander verbunden sind. Und genaugenommen waren wir auch erst heute dort, selbst nach meiner Definition ("morgen" ist nach dem Schlafen), weil André nach dem Essen mit seinen Spaniern so lange gebraucht hat um die mal zum Loslaufen zu bewegen, daß ich zwischendurch schon nahezu eingepennt bin.
Eigentlich bin ich ja von diesen Öffnungszeiten von 0-6 Uhr oder dergleichen nicht so überzeugt, (schließlich haben wir ja in Berlin beim DA-Treffen mal festgestellt, daß man auch um 9 oder 10 schon jede Menge Spaß haben kann), aber einen Vorteil hats: Man muß das Licht nicht anschalten, wenn man nach Hause kommt.

Der Club selbst hat ne 2 bis 3 verdient, also nix wirklich herausragendes. Die Musik ist ... ähm, hmmm.... irgendwas so ähnlich wie Rock mit teilweise recht harten Beats und manchmal so seltsamen Rhythmen wie bei Ska .... also verdammt schnell, wenn man dazu tanzen will.
Also sagen wirs mal so: Geht so, aber da geht noch was. :-)

Samstag, 28. Juni 2008

Sant Joan

Zu allem Überfluß der EM und dem damit verbundenen Alkoholkonsum war am Dienstag noch ein eigenwilliger katalanischer Feiertag names Sant Joan, eine Art Sonnenwendfeier. Das ganze ist so eine Mischung aus BRN und Silvester, mit Festivitäten in einigen Stadtvierteln, Feuern auf der Kreuzung, Musikbands und Knallern, wobei auch die dem +10dB Gesetz Spaniens gehorchen. Da hier alles lauter ist, werfen die 7-jährigen hier Böller von der Kategorie "Tschechenböller" rum, und was die Jugendlichen dann machen will ich garnicht wissen...
Was Raketen und Ästhetik des Lichtspektakels angeht kann sich das aber trotzdem noch lange nicht mit einem Silvester in Deutschland messen.
Das ist aber auch nicht Sinn der Sache, sondern entsprechend dem wie es mir vorher beschrieben wurde: "An den Strand gehen, sich hemmungslos besaufen, und Knaller rumwerfen". Wir waren dann also nach dem Vorgeplänkel auch am Strand, zusammen mit quasi allen anderen Einwohnern Barcelonas, was das Metrosystem doch an seine Grenzen bringt.
Mal abgesehen, daß uns dort noch eine Amerikanerin zugelaufen ist, die scheinbar heiß auf Felix war, und die wir dann noch nach Hause gebracht haben (ohne Felix dort zu lassen) ist am Strand nicht mehr viel passiert. Auf dem Rückweg mit den Jungs durch die Stadt hab ich noch gelernt, daß alle dunkelhäutigen Frauen, die man um die Uhrzeit auf den Ramblas (das ist ne Straße) trifft, Prostituierte sind, und alle Typen die nicht deutlich aussehen wie Touristen Drogenhändler. Man wird also alle 10 Meter angequatscht ob man nicht das eine oder das andere möchte. Mitten im Zentrum, also einer Straße die quasi der Prager Straße in Dresden entspricht. Da ich ohnehin schon ziemlich betrunken war, und die Damen auch etwas suspekt waren, hab ich die nett gemeinten Angebote dann doch alle ausgeschlagen und bin so nach Hause.

Wir kaufen eine Matraze

Das war ja mal wieder Kommunikation vom Feinsten.
Ich war gerade in dem Matrazenladen hier um die Ecke, weil ich mir mal eine ordentliche Matraze zulegen will, also nicht so ein Federkern-Teil, wie ich im Moment hier rumliegen habe.
Also ich muß sagen: Die Frau hat sich echt Mühe gegeben, und nach einer dreiviertel Stunde weiß ich jetzt daß blando = weich heißt, und daß die Frau sogar eine Erklärung dafür hat, warum mir die eine Matraze wärmer vorkommt als die andere. Da gibts nämlich ein tolles Material von der NASA was die Wärme gut wegtransportiert. Nach den Teflon-Pfannen also schon die zweite sinnvolle Erfindung der NASA.
Und Latex ist im Gegensatz zu meiner bisherigen Annahme übrigens garnichts künstliches sondern aus Harz (oder was auch immer "Tränen von Bäumen" noch sein können).
Der einzige Haken ist noch, daß die Matrazen in dem Laden ziemlich teuer sind...

Sonntag, 15. Juni 2008

IKEA

Gestern war ich mal im hiesigen IKEA und hab mir einen Schrank geholt. Aus Gründen die mir nicht ganz klar sind, kosten Schränke hier prinzipiell mehr als die baugleiche Version in Deutschland. Dafür gibts die HotDogs in einfacher Ausführung für 50 Cent.

Was aber ein viel tragischerer Unterschied ist, sind die Bettdeckenmaße: Auch da gibts länderspezifische Angebotsanpassungen. In Deutschland ist die Standardbettdecke 2,20m lang. Hier gibts zwei Varianten. Die Einzelbettdecke mit 2,00m x 1,40m, und die Doppelbettdecke mit 2,20m x 2,40m. (Scheinbar sind Spanier etwas kürzer) Für mich bedeutet das, daß entweder die Füße rausgucken oder ich mich dreimal in die Bettdecke einwickeln kann. Naja ... da mir der Gedanke an kalte Füße überhaupt nicht gefällt, hab ich jetzt eine Riesenbettdecke.

Aber mal zurück zum Schrank: Ich bin dann also mit meinem 30kg-Packet losgezogen und mit Bus und Metro möglichst Trageweg-minimiert nach Hause gefahren. 30 Kilo, da denkt man sich: Das trägst du auch manchmal durch die Berge, da wirst du wohl diese Kiste nach Hause kriegen. Es ging auch, aber ich war doch ziemlich fertig als ich dann endlich angekommen war.

Heute vormittag stand dann die nächste Aktion an: Das Zusammenbauen. Ich hatte schon leichte Befürchtungen, daß es in der Wohnung nicht genug Werkzeug gibt, welche ich aber mit der üblichen Portion Zweckoptimismus ignoriert habe, bis das Problem in Form einer aufgerissenen Verpackungskiste unmittelbar vor mir lag.
Und Paolos Antwort war wie befürchtet: "Hmm, nein, tut mir leid, also wir hatten mal eine Werkzeugkiste, aber die gehörte Jose (der Typ der vorher in meinem Zimmer gewohnt hat)"
Ok, was solls. Man braucht nicht unbedingt einen Kreuzschlitzschraubenzieher. Ich hab ja immernoch mein MacGyver-Taschenmesser und ein Eisgerät, welches man als Hammer mißbrauchen kann. Erstaunlicherweise reicht das tatsächlich aus!
Morgen hole ich mir noch einen Schrank zum zusammenbauen :-)